Buchtipp des Monats
Rezension von Kathrin
13. Oktober 2024
2 Min. Lesezeit

erschienen im Februar 2024 im ecco Verlag auf 272 Seiten. Erhältlich für 24,00 EUR

ISBN: 978-3-7530-0100-5/Anzeige

Cemal, Ende 30, lebt von seiner Frau Gül getrennt und arbeitet als Grundschullehrer in einer deutschen Großstadt. Sein Mittelpunkt ist seine sechsjährige Tochter Ekin. Er dated Georg, doch als dieser die Beziehung festigen und verbindlicher machen will, flieht Cemal. In erster Linie vor sich selbst. Über seine Vergangenheit schweigt Cemal sich aus und möchte diese nicht mit Georg teilen.

"Er brauchte dafür einen Menschen, der ihm zeigte, dass es einfach nur sehr wenige Antworten im Leben gibt und das meistens nicht wirklich ein Problem ist."

Mit seiner Familie kam Cemal nach Deutschland, als er selbst acht Jahre alt war. Seine Familie kam aus der Türkei und hat sich in der Nähe von Freiburg ein neues Zuhause aufgebaut. Aufgewachsen ist er mit seiner Großmutter, Mutter und den beiden Schwestern in der Türkei aufgewachsen. Der Vater war bereits in Deutschland als Gastarbeiter als sie ihm folgten.

"Weil die Sterne Gottes Unendlichkeit bezeugen, und sie zu zählen, würde bedeuten, dass du Gottes Unendlichkeit zählen willst."

Seine Urgroßmutter Süveyde starb eine Woche bevor er auf die Welt kam. Und dennoch haben die beiden die innigste Beziehung in der Familie zueinander. Süveyde war hellsichtig und eine Gelehrte. Sie konnte die Schicksalsschläge in der Familie vorhersehen und sich an ihr eigenes, früheres Leben und ihren Tod erinnern. Sie erscheint Cemal in seinen Träumen, besucht ihn Nacht für Nacht, zeigt ihm ihr vergangenes Leben und ermutigt ihn mit dem Schweigen der Familien zu brechen. Es seiner Tochter Ekin nachzumachen.

"Ein wieder geborenes Kind ist sehr schwer zu erziehen. Die Erinnerungen stehen allem im Weg."

Dost führt Cemal und uns LeserInnen immer tiefer in die Gewässer, die Cemal so sehr fürchtet. Baut eine Brücke zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Zwischen Träumen und Alltag und erzählt eine berührende Geschichte von einem kleinen Mädchen, die trotz des Schweigens ihrer Familie für sich selbst einsteht.

"Vielleicht ahnt sie bereits, dass sie sich ein Leben lang an dieses Erinnern klammern wird, selbst wenn es ihr nicht guttut."

Ein beeindruckender Debütroman über das Gefühlt von Fremdheit, Trauer und Verdrängung. Und über die Last des Schweigens, die die Familie von Cemal seit Generationen begleitet.

Die Geschichte ist sehr ruhig und rhythmisch erzählt. Dost lässt der Musik einen hohen Stellenwert zukommen. Das Buch ist insgesamt in sechs Teile mit Unterkapiteln aufgeteilt. Vor jedem Teil finden wir ein Zitat aus einem Song. Und im Anhang gibt es ein Playlist zu jedem Teil. Ich habe es sehr gerne gelesen und werde wohl auch nochmal zu dem Buch greifen.

Große Empfehlung!

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