Buchtipp des Monats
Rezension von Kathrin
3. Oktober 2025
2 Min. Lesezeit

Katabasis

erschienen im August 2025, bei HarperCollins auf 541 Seiten. Erhältlich für 21,50 EUR

ISBN: 978-0-00-850187-7/Anzeige

Rebecca F. Kuangs Katabasis ist ein vielschichtiger Fantasyroman, der Mythologie, Universitätsalltag und die Frage nach persönlicher Schuld miteinander verknüpft. Im Mittelpunkt steht Alice Law, eine Doktorandin der Analytischen Magie in Cambridge. Als ihr Mentor, Professor Jacob Grimes, bei einem Experiment ums Leben kommt, fühlt sie sich verantwortlich, nicht zuletzt, weil sein Empfehlungsschreiben über ihre eigene akademische Zukunft entscheidet.

Getrieben von Schuld und Ehrgeiz begibt sie sich auf den gefährlichen Weg in die Unterwelt, begleitet von ihrem Rivalen Peter Murdoch, der seine ganz eigenen Ziele verfolgt. Was zunächst wie ein waghalsiges Vorhaben wirkt, wird für beide zu einer Reise, die sie nicht nur an die Grenzen des Übernatürlichen, sondern auch an die ihrer eigenen Identität führt.

Der Roman hat eine beeindruckende Ideenfülle und dichte Atmosphäre, verliert für mich aber immer wieder Schwung. Gerade im Mittelteil nehmen theoretische Erörterungen und lange Dialoge so viel Raum ein, dass die Handlung ins Stocken gerät. Die LeserInnen brauchen auf jeden Fall Geduld und ich hätte mir mehr Fokus auf den Plot gewünscht.

Manche Wendungen lassen sich früh erahnen, was den Überraschungseffekt schmälert. Zudem bleibt die emotionale Tiefe stellenweise hinter den Möglichkeiten zurück. Die Konflikte sind da, doch nicht immer werden sie bis zum Äußersten ausgelotet. Auch waren mir am Ende einige Entwicklungen nicht ganz schlüssig.

Trotz dieser Schwächen ist Katabasis ein Roman, der sich nicht mit bloßer Unterhaltung zufriedengibt. Kuang stellt große Fragen nach Schuld, Ehrgeiz und Opferbereitschaft und verpackt sie in eine Erzählung, die gleichzeitig mythologisch grundiert und sehr gegenwärtig wirkt. Wer Fantasy mit intellektuellem Anspruch sucht und Geduld mitbringt, sollt mit dem Buch glücklich werden.

Und auch wenn die Lesung unheimlich gut war und so viele Eindrücke gegeben hat, kam Katabasis für mich leider nicht an Babel & YellowFace ran.

Buchcover von Katabasis

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